18. August 2014

Vom Pizzafrust zur Pizzalust! YUMMY Pizza DIY

Ich kenne eigentlich niemanden, dem Pizza nicht schmeckt. Deshalb finde ich es immer ein gutes Essen, wenn Gäste kommen.
Das Problem liegt eher darin, sie so hinzubekommen wie beim Italiener um die Ecke. Das gelingt mit den richtigen Rezepten und Backhelfern ganz gut. Dies war aber nicht immer so.
Entweder ich hatte kein Zeit, um die aufwendigen Vorbereitungen zu treffen, oder ich war zu faul und kaufte fertigen Teig und Soße oder ich hatte nicht die richtigen Helfer im Haus.
Immer war irgendwas oder ging schief.

Meine Mama hat sich vor einer Weile einen Pizzastein gekauft. Ich wollte natürlich auch einen haben.
Ich habe einen anderen bekommen, da sie nach ein paar Mal benutzen feststellte, dass man ihren schlecht reinigen kann.
Mein Pizzastein ist dieser hier, man kann ihn gut sauber machen.
Dazu hatte ich einen Holzschieber bekommen. Aber irgendwie habe ich die Pizza nie direkt auf dem Pizzasetin gebacken sondern mit Folie dazwischen. Das hat dazu geführt dass der Teig nicht richtig knusprig schmeckte.
Als wir bei Freunden eingeladen waren und es Pizza gab, musste ich feststellen, dass diese direkt auf dem Stein gebacken wurde und nicht festklebte, ich wollte das auch so machen, denn sie war wirklich sehr knusprig.
Es wollte mir nicht gelingen. Frust machte sich breit, der Belag landete ein paar Mal im Ofen, ich hatte wieder Folie draufgelegt und war unzufrieden.


Nachdem wir ja nun umgezogen sind und einfach viel mehr Platz haben (eine geräumige Speis nenn ich mein eigen) habe ich mir einen neuen Pizzaschieber zugelegt. Und noch gleich einen Kuchenheber oder Pizzalöser, um die fertige Pizza auf dem Ofen nehmen und gleichzeitig die nächste Pizza auf dem Holzschieber vorzubereiten und in den Ofen zu schieben. Dies hatte ich als Randnotiz in den Bewertungen gelesen und war sehr dankbar für den Tipp!):
Den Pizzaschieber schmirgel ich nach oder vor (wie man es nimmt) jedem Gebrauch mit dem mitgelieferten Schmirgelpapier ab und öle ihn mit Olivenöl ein. Dadurch wird er schön glatt und rutschig. Das ist im Moment auch echt noch notwendig.

Nun gelingt es wunderbar und die Gäste und auch ich selbst bin super zufrieden mit den leckeren Pizzen.
Von nun an gibt es diese nicht mehr spontan, sondern ich plane das so ein, wenn ich Zeit und Lust habe, die Vorbereitungen auch entsprechend zu treffen.

Zugegeben, die Anschaffungskosten sind nicht gerade günstig, aber es lohnt sich wirklich, wenn man gern und oft Pizza isst.

Aber es kommt nicht nur auf die richtigen Helfer an und wie man sie am besten nutzt, sondern auch auf die guten Rezepte für Teig und Soße.
 Habt Ihr auch schlechte Erfahrungen mit dem Pizzabacken, der Sauerei und dem nicht überzeugenden Geschmack gemacht?
Dann hab ich hier nun die Lösung für Euch ;-). Es gibt sicher auch andere Rezepte (Ihr dürft Euch gern in den Kommentaren verewigen und Eure Geheimnisse ausplaudern :-)), aber folgende ist nun meine Lieblingskombi... vielleicht probiere ich auch mal wieder andere aus....

Ich bereite den Hefeteig für die Pizza am Morgen vor, wenn es Abends Pizza geben soll. Das Rezept habe ich von Frogroggas, aber ich nehme weniger Wasser, weil er sonst zu sehr klebt. Und ich lasse ihn länger gehen (1 Std finde ich zu wenig, es müssen meiner Erfahrung nach mindestens 4-5 sein, damit er schön aufgeht).

Hefeteig für ca. 6 dünne Pizzen:

1 EL Zucker (eventuel etwas mehr), 30g Hefe in etwa 250ml lauwarmen Wasser auflösen.
Das ganze ca. 10min stehen lassen bis es Schaumbläschen gibt.

Anschließend 500g mehl, 1 Ei, 2TL Salz, 3 EL Olivenöl zugeben und kräftig durchrühren.
Mit einem Handtuch abdecken und bis Nachmittags/Abends stehen lassen.
Man kann den Teig vor dem Zubereiten portionieren und nochmals gehen lassen.

Backstein ca. 45min. bis 1 Std im Ofen aufheizen, dazu die Herstellerangaben beachten (wenn es welche gibt). Ich mache das bei höchster Hitze Heißluft (mein Ofen gibt 275° her).
Während der Stein aufheizt bereite ich die Soße zu. Ich mache sie nach dem Rezept aus dem Buch Junk Food.


Tomatensoße für Pizza (die Menge ist etwas zu viel für die oben genannte Teigmenge):
3 Knoblauchzehen und 1/2 gelbe Zwiebel fein hacken und in 3EL Olivenöl glasig dünsten.
2 EL Tomatenmark zufügen und unter Rühren 1 Minute anschwitzen lassen.
200g Pizzatomaten (stückig, aus der Dose) und 500g passierte Tomaten dazugeben und die Tomatenstückchen etwas zerdrücken. 1EL gehakten Oregano (ich nehm den getrockneten, den hab ich wenigstens immer im Haus :-)) zufügen und bei schwacher Hitze 15-20min. zu einer dicken Soße einkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und 1 TL Zucker abschmecken.

Alle anderen Zutaten vorbereiten. Wir mögen gern Pepperoni, Zwiebeln, Champignons, scharfe Salami (zB. ungarische), Schinken, Paprika, ich mag gern Tunfisch mit Zwiebeln, mein Vater Schinken und Ananas.
Mittlerweile nehme ich nur noch geriebenen Mozzarella, der gibt meiner Meinung nach den besten Geschmack.
Aber Eurer Phantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt...

Nun kommt das A und O, dass der Teig nicht am Pizzaschieber kleben bleibt.
Den Schieber und das Nudelholz gut mehlen. Den Teig portionieren (wenn es nicht schon gemacht ist), nochmal mit etwas Mehl gut durchkneten und auf der ebenfalls gut bemehlten Arbeitsplatte oder einer Backunterlage ausrollen. Ich habe dieses Nudelholz, das hat keine Griffe, ist superparktisch! Dieses ebenfalls gut mehlen.
Den ausgerollten Teig dem Pizzaschieber und/oder Pizzastein von Form und Größe anpassen und auf die gerade Seite des Holzschieber legen, die abgeschrägte Seite dient dem Herunterschieben, zügig mit ca. 3-4EL Tomatensoße bestreichen, nach Laune belegen und den Käse drauf (bei uns ist immer alles recht üppig ;-)).

Dann mit dem Kuchenheber einmal zwischen Holzschieber und und Pizza durchfahren, um den Teig zu lösen, falls dieser schon leicht angeklebt ist (ha, trotz Fotosession nicht angebappt, so soll es sein *chacka* :-)).

Nun den Ofen auf Ober-/Unterhitze umstellen und auf ca. 250° zurückdrehen, oder so heiss lassen, dann geht es etwas schneller.

Dann die Pizza mit dem Pizzaschieber in den Ofen auf den Stein schieben, in der Hoffnung, dass nichts anklebt und verrutscht (ich hatte neulich eine halbe Calzone und einiger Käse lag im Ofen. Eigentlich hatte ich beim Küchenkauf mehrmals betont, dass mein Ofen eine Selbstreinigungsfunktion haben sollte und bin davon ausgegangen, dass dieser Wunsch berücksichtigt wurde. Leider musste ich nach der Sauerei feststellen, dass dies der Verkäuferin völlig untergegangen ist und wir nun manuell den Ofen schrubben müssen. Das hat mich tierisch geärgert, also hier eine kleine Randnotiz: fragt vor dem Unterschreiben noch mal alle Punkte, die Euch wichtig sind, genau ab, damit Ihr später keine böse Überraschung erlebt! Sorry für die kleine Abschweifung!)

Die Pizza braucht bei mir ca. 12-14min.,  je nachdem wie knusprig Ihr es möchtet und wie heiss der Ofen ist, das müsst Ihr einfach probieren.

Die Pizzen werden hintereinander gebacken, ich bereite die nächste erst vor, wenn die vorherige schon fast fertig ist, damit sie nicht zu lange auf dem Holzschieber liegt und nicht kleben bleibt.
Den Pizzaschieber jedes Mal mit einem trockenen Papiertuch von den Soßen- und Käse- und sonstigen Resten der vorherigen Pizza befreien, bitte nicht feucht wischen, das ist Gift, da bleibt die nächste Pizza sonst kleben. Und wieder einmehlen.

Die fertige Pizza hole ich mit dem Kuchenheber aus dem Ofen, der ist durch die Form schön spitz und man kann gut unten hereinfahren.

Einziger Haken: für den Pizzabäcker ist es etwas ungemütlich und wenn man viele Gäste hat dann geht es nicht schnell genug, aber man kann ja auf jede Ecke der Pizza einen anderen Belag legen, so dass bei jeder Runde für alle etwas dabei ist.


So sieht die Pizza dann am nächsten Tag kalt aus.
Einfrieren, Wiederauftauen und Wiedererwärmen kann ich nicht so empfehlen, das schmeckt sie dann einfach nicht so knusprig.
Dann lieber kalt...

Ich hoffe meine Tipps helfen Euch weiter (wenn Ihr es sowieso nicht schon immer so gemacht habt).
Gutes Gelingen!








1 Kommentar:

  1. danke für die tipps!!! :)

    ich hoffe, das nächste mal klappt es bei und auch besser mit schieber und pizzastein!

    liebe grüße
    nic

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